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Immobilien in Oberhausen, 630 Ergebnisse

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Vom Dorfzusammenschluss zur Stadt
Bedingt durch den Eisenerz- und Kohleabbau verwandelte sich Oberhausen vom ländlichen Bezirk zum Industriestandort, den Zechen, chemische Industrie und Stahlwerke dominierten. Die sich auf dem Stadtgebiet von Oberhausen befindliche Antonienhütte war sehr alt, sie hatte bereits 1758 den Namen "Wiege der Ruhrindustrie" erhalten. September 1874 bekam die neue Gemeinde Stadtrechte.

Das Stadtgebiet Alt-Oberhausen besteht aus den ehemaligen Dörfern (oder Teilen davon) Lirich, Lippern, Alstaden, Borbeck, Alstaden, Bermensfeld, Fintrop, Dellwig, Düumpten, Vennepoth, Knappenviertel, Grafenbusch, Neue Mitte, Brückentorviertel, Styrum, Marienviertel und Schlad. Lippern mit seinen ursprünglich dreizehn Höfen viel der Industrialisierung zum Opfer und ist völlig verschwunden, das erstmals 972 urkundlich erwähnte Lirich konnte zumindest einen Teil seiner Identität wahren. Wichtig und vor allem kennzeichnend für die Ortsentwicklung war die 1850 gegründete Zeche Concordia bis zu deren Schließung 1968. Durch die ständigen Erweiterungen der Kohlen verarbeitenden Industrie wuchs die Bevölkerung schnell an, es entstanden sogenannten Zechensiedlungen, in denen die Lebensbedingungen allerdings nicht so besonders gut waren. Das Klischee der kohlenstaubüberzogenen Wäsche auf der Leine könnte durchaus von einem Bild aus Lirich Ende des 19. Jahrhunderts stammen. Im Zuge der Emscherregulierung verbesserten sich die Bedingungen in den Arbeitervierteln Anfang des 20. Jahrhunderts deutlich, nach der Zechenschließung und dem daraus resultierenden Strukturwandel wurde die Lebensqualität in Lirich durchaus attraktiv. Heute bestimmen das Industriedenkmal, viele Grünflächen sowie Gewerbeansiedlungen das Ortsteilbild.

Bramsfeld, das an Essen angrenzt, entwickelte sich im 19. Jahrhundert von einer Heidelandschaft mit Einzelgehöften zu einem Wohngebiet mit typischer städtischer Bebauung. Im zugehörigen Knappenviertel finden sich noch sehr schöne Häuser aus der Gründerzeit (1850-1914, je nach Definition), die als Werkswohnungen für Arbeiter der Zeche Oberhausen und der Gutehoffnungshütte entstanden. Durch den Abriss vieler der alten Gebäude in der Nachkriegszeit und dem Ersatz durch zwei- bis viergeschossige Bauten in Blockrandweise und als Zeilenbebauung sowie die Durchsetzung mit vereinzelten Hochhäusern verlor die nette Siedlung ihre einheitliche Struktur.

Geplant sozusagen als Puffer zwischen den Arbeitersiedlungen im Osten und der Stadtmitte war das Marienviertel zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts. Die eleganten Gründerzeithäuser, die großzügige Gestaltung und die offene Bebauung zogen schon immer das gehobene Bürgertum in den Bezirk. Neben der Siedlung Grafenbusch galt das Marienviertel als bessere Adresse der Industriestadt. Leider viel ein Teil der historischen Bauten dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer, dennoch ist eine hohe Zahl der repräsentativen Gebäude erhalten, die durch moderne Bebauung ergänzt wird. Durch das schicke Ambiente sowie die Vielzahl der infrastrukturellen und kulturellen Einrichtungen gilt der Bezirk auch im einundzwanzigsten Jahrhundert als gute Wohngegend.

Die denkmalgeschützte Siedlung Grafenbusch für leitende Angestellte der Gutehoffnungshütte stammt aus dem Zeitraum 1910 bis 1923. Die Pläne fertigte der Architekten Bruno Möhring (1863-1929, bedeutendster Jugendstilarchitekt Deutschlands), initiiert von Paul Reusch (1868-1956), dem Vorstandsvorsitzenden der Hütte. Hintergrund war der Gedanke der kurzen Wege, das heißt, die wichtigsten Mitarbeiter sollten im Ernstfall schnell zur Betriebsstätte gelangen. Die einundzwanzig Häuser mit insgesamt fünfunddreißig Wohnungen standen in teilweise parkähnlichen Gärten als frei stehende Villen mit bis zu dreihundert Quadratmetern Fläche, Wohnraum mit bis zu einhundertfünfzig Quadratmetern in Mehrfamilienhäusern. Einige Objekte erhielten eigene Eingänge und Unterkünfte für Hausangestellte und Dienstboten, offensichtlich spielte der Rang der Bewohner bei der Wahl auch eine Rolle. Heute befinden sich in den Einzelhäusern jeweils zwei Wohnungen, die Mehrfamilienhäuser blieben unverändert, der geschlossene Siedlungscharakter wurde durch die Bebauung entlang des Fußwegs Richtung Gasometer und IBA Emscherpark zerstört.
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